Rolf Oeser
Musikalisch Nachwuchs fördern
10 Jahre Frankfurter Bläserschule
- Projekt: 10 Jahre Frankfurter Bläserschule
- Region: Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach
- Datum: 06.08.2026
Highlights 2026
Rolf Oeser
10 Jahre Frankfurter Bläserschule
Hilke Wiegers
Pfarrerin i. R. Manuela Rimbach-Sator engagiert sich in der neuen Winzerseelsorge der EKHN
Rolf Oeser
Vor zehn Jahren wurde die Frankfurter Bläserschule aus der Taufe gehoben. In der Dreikönigskirche, manche nennen sie den „evangelischen Dom“, feierten die ersten Ensembles 2016 Premiere, im Juni 2026 endete in der Kirche am „Eiserner Steg“ in Sachsenhausen der Jubiläumsreigen, der zehn Konzerte umfasste. „Ich habe dieses Mal die selbe Jacke getragen wie damals, nur andere Schuhe“, erzählt die Leiterin der Bläserschule, Sunhild Pfeiffer. 2026 waren sie rot, dass passt zum Logo der in der vergangenen Dekade etablierten Bläserschule, damals trug sie Pink.
Ein weiterer Höhepunkt des Monats Juni: Vom Balkon des Frankfurter Rathauses Römer herab spielten die Ensembles „CORNFlakes“ und „Die Hornissen“ Pfingstmontag beim Festgottesdienst, eine Perspektive, die ansonsten Fußballpokalgewinner:innen, royalen Gästen und ähnlich Ehrwürdigen vorbehalten ist. Pfeiffer hat gefreut, dass Stadtdekan Holger Kamlah in dem Pfingstgottesdienst darauf hinwies, dass es sich auch hier um Gewinner handelt: Die „CORNFlakes“ wurden beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit dem 3. Platz ausgezeichnet.
Rolf OeserIhren Verwaltungssitz hat die Bläserschule seit den Gründungstagen beim Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach, im Dominikanerkloster in der Innenstadt. Fußläufig ist von dort das katholische Pendant, die Domsingschule, zu erreichen. Und wenige Meter davon entfernt soll ein Haus der Jugendkirchenmusik entstehen, Hauptnutzer werden Domsingschule und Bläserschule sein. Aber auch ohne festen Ort kooperieren die beiden schon bei mancherlei Gelegenheiten, wie Evensongs und Advent Carol Services im Kaiserdom.
Anfangs fanden in der Bläserschule 50 Jugendliche zu Ensembles zusammen, inzwischen hat sich die Zahl bei 70 stabilisiert, die meisten bleiben über Jahre, nicht selten markiert das Abitur den Abschluss. Stadtweit proben die Ensembles an unterschiedlichen Orten, beispielsweise in der Hoffnungsgemeinde, der Paulsgemeinde, aber auch im Heinrich-von-Gagern-Gymnasium. Kinder und Jugendliche zwischen neun und 20 Jahren lernen unter der Federführung von Sunhild Pfeiffer und ihrem Team wie es gelingt, Trompete, Horn, Posaune und Tuba in Einklang zu bringen.
Rolf OeserEs gibt verschiedene Ensembles in allen Alters- und Leistungsstufen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und jeweils originellen Namen wie „Blech gehabt!“ oder „Vive La Brasserie“. „Besonders toll finde ich, dass wir zum Jubiläum ein Alumni-Konzert auf die Reihe bekommen haben“, sagt Pfeiffer. Einige der Ehemaligen studieren inzwischen Musik, fürs Orchester, für den Schulunterricht. Einer hat sich jüngst für die Lehre beim Instrumentenbauer entschieden.
Hilke Wiegers
Für die neue Aufgabe bringt Pfarrerin i. R. Manuela Rimbach-Sator beste Voraussetzungen mit: langjährige Seelsorgeerfahrung, eine enge Verbundenheit mit Rheinhessen und ein gutes Gespür für die Sorgen der Menschen. Unter dem Motto „Wenn die Sorgen wachsen …“ hat sie gemeinsam mit Pfarrer i. R. Tobias Kraft die Winzerseelsorge übernommen. Mit diesem Seelsorgeprojekt reagiert die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) auf die schwierige Situation, in der sich die deutsche Weinbranche schon seit einiger Zeit befindet.
„Seelsorge ist für uns Pfarrerinnen und Pfarrer ein ganz wichtiger Auftrag“, sagt die Theologin Rimbach-Sator. „Deshalb musste ich nicht lange überlegen, als mich Pröpstin Henriette Crüwell fragte, ob ich bei der Winzerseelsorge mitwirken möchte. Ich war sofort dabei.“ Es war eine sehr bewusste Entscheidung von Pröpstin Crüwell, zunächst eine Pfarrerin und einen Pfarrer im Ruhestand für diese Beauftragung zu gewinnen, weil sich in diesen Zeiten der Transformation der Kirche die Aufgaben für die Pfarrerschaft im Gemeindedienst sehr verändern.
Die Einrichtung einer Winzerseelsorge kommt zum richtigen Zeitpunkt, sind doch die Sorgen der Winzerinnen und Winzer derzeit besonders groß. Deren Existenz ist u. a. durch den zurückgehenden Weinkonsum und durch eine ganze Reihe weiterer Faktoren stärker denn je bedroht. Die gebürtige Rheinhessin Rimbach-Sator war viele Jahre Pfarrerin in Oppenheim und gehört zu den ersten Frauen, die in die Weinbruderschaft Rheinhessen zu Sankt Katharinen aufgenommen wurden. Vielen Rheinhessinnen und Rheinhessen ist sie außerdem als Mundartdichterin und durch ihre „Abendgedanken“ im SWR bekannt. „Winzerinnen und Winzer mussten schon immer viel aushalten“, berichtet die Pfarrerin, „Sie waren schon immer besonderen Belastungen ausgesetzt.“ Und sie erklärt: „Das wirtschaftliche Wohlergehen der vom Weinbau Lebenden hängt von Faktoren ab, die diese kaum beeinflussen können. Zu den Herausforderungen durch Wetter und Klima kommen derzeit politische und wirtschaftliche Unsicherheiten sowie die Sorge hinzu, ob die nächste Generation die Familienbetriebe weiterführen kann."
„In Lebenskrisen“, das weiß die Theologin, die sich im Lauf ihres Berufslebens immer wieder in der Seelsorge weitergebildet hat, „ist es gut, wenn man über die eigenen Probleme sprechen und dabei die Dinge sortieren kann, die auf einen einstürmen.“ Ihre Aufgabe als Seelsorgerin sieht Manuela Rimbach-Sator darin, zuzuhören, sich einzufühlen, mitzugehen und zu überlegen, „an welchen Hebeln gedreht werden kann, um eine Lösung zu finden“. Selbstverständlich unterliegen die Gespräche der Schweigepflicht. Das Angebot ist kostenfrei, unkompliziert zugänglich und diskret.
„Seelsorge ist eine Haltung, wie ich den Menschen wahrnehme. Mein Ziel ist es, das Potential meines Gegenübers zu verstärken, damit er oder sie auch mit sich selbst heilsamer umgeht.“
Manuela Rimbach-Sator
Im Laufe ihrer Tätigkeit hat die 68-jährige Pfarrerin u. a. als Notfallseelsorgerin nicht nur viele Menschen in kritischen Situationen begleitet. Sie hat auch Hilfsangebote für Menschen in Not initiiert, z. B. als Mitgründerin der Oppenheimer Tafel oder der Ökumenischen Hospizarbeit Rhein-Selz. Unter anderem für dieses ehrenamtliche Engagement wurde die gebürtige Biebelnheimerin erst vor kurzem mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Mit ihrer Arbeit als Winzerseelsorgerin möchte sie zusammen mit ihrem Kollegen Tobias Kraft die Familie der Winzerinnen und Winzer in der derzeitigen Notsituation unterstützen. „Ich möchte vermitteln: Es kann wieder leichter werden. Nicht jeder Knoten lässt sich lösen, aber oft hilft es, ihn gemeinsam anzuschauen."
ZSBIn der Region ist die Winzerseelsorge mit ihrem Büro im Evangelischen Dekanat Alzey-Wöllstein verortet und dem Zentrum Seelsorge und Beratung der Landeskirche angeschlossen. Erreichbar ist sie über die E-Mail winzerseelsorge(at)ekhn.de und die Telefonnummern 0151 1113 4401 und 0170 2416441. Die Winzerseelsorge richtet sich in erster Linie an Menschen aus Rheinhessen – unabhängig von ihrer Konfession. Das Angebot der EKHN ergänzt die Arbeit der Landwirtschaftlichen Familienberatung der Kirchen, die bereits seit vielen Jahren Familien in der Landwirtschaft begleitet. Beide arbeiten eng zusammen.
Peter Bongard
Natürlich nicht nur wegen der Sonne: 18 Paare gaben sich das Ja-Wort, 13 ließen sich segnen; ein Paar feierte seine Silber- und eines seine Goldhochzeit. Spontan, ohne große Vorbereitung, aber mit viel Herz.
Segen in der Kneipe und in der Fußgängerzone
Die Evangelische Kirche hat wieder zu „Einfach heiraten“ eingeladen – neben bundesweit mehr als 300 Orten auch in den Westerwald. Acht Pfarrpersonen aus dem Evangelischen Dekanat segneten 33 Paare und deren Liebe. Mitten in Hachenburg, mitten im Leben: am Schloss, im Burggarten, in der Fußgängerzone, in einer Kneipe und der Schlosskirche. Von 15 bis 22 Uhr empfing das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen am Alten Markt die Paare – und viele kamen, um in rund 20-minütigen Zeremonien ihre Liebe segnen zu lassen.
Wünsche erfüllt
Oder eben: um kirchlich zu heiraten. So wie’s Olaf und Jessica an diesem Tag wagten. Sie haben sich schon vor 16 Jahren da Ja-Wort gegeben – auf dem Standesamt. „Aber mein Traum war es immer, kirchlich zu heiraten. Aber irgendwie passte das nie; auch finanziell nicht“, sagt Jessica. Dank Einfach heiraten konnten sie sich diesen Wunsch nun erfüllen und ganz unkompliziert vor Gott und den Menschen Ja zueinander sagen. Im schönen Ambiente des Schlossinnenhofs segnete sie Pfarrerin Swenja Müller und wünschte den beiden, dass sich ihre Liebe immer mehr entwickelt; tiefer und reifer wird. Zwischendurch spielte der Sänger Anatoli Lieblings- und Liebessongs – und die Tränen flossen. Natürlich nicht zum einzigen Mal an diesem Tag: Viele Paare lasen sich gegenseitige Eheversprechen vor. Versprechen, die berühren: die Paare, deren Freunde – und auch die Pfarrerinnen und Pfarrer: „Das ist das Besondere an Einfach heiraten: Diese Mischung aus Lockerheit und dieser tiefen Ernsthaftigkeit und Emotionalität, die die Trauungen haben“, sagt Pfarrer Maic Zimmermann. „Ich finde: Es fehlt nichts; alles ist trotz der recht kurzen Zeremonie mit drin: Die Ansprache, die Trauung, der Segen, Musik, der Sekt und sogar ein Paarfoto.“
Jedes Jahr dabei
Diese besondere Mischung lieben auch Gritty und Ralf aus Hachenburg. Sie sind zum zweiten Mal bei Einfach heiraten – natürlich wieder angemessen gekleidet und mit einem Ja zum anderen, das immer noch von Herzen kommt. „Letztes Jahr sagte mein Mann: ,Ich würde Dich immer wieder heiraten!‘. Ich nehme ihn beim Wort: So Gott will sind wir nun immer bei ,Einfach heiraten‘ dabei und lassen unsere Liebe segnen.“
Oma wäre glücklich
Für Jens und Manuela hat Einfach heiraten ebenfalls eine besondere Bedeutung: Auch sie sind schon lange ein Paar, auch sie erfüllen sich einen Traum – besser gesagt: nicht nur sich: „Nach 31 Jahren brauche ich keine große Hochzeit mehr“, lächelt Manuela, und ihr Mann ergänzt: „Die Oma hat es sich immer gewünscht, dass wir irgendwann mal kirchlich heiraten. Heute können wir ihr und uns diesen Wunsch erfüllen. Auch wenn sie’s leider nicht mehr erlebt.“
Dankbar für 50 Jahre
Reinhard und Elke nehmen Einfach heiraten zum Anlass, um ihre Goldhochzeit zu feiern. Und Gott danke zu sagen: „Wir dachten uns: Das ist doch eine tolle Art, 50 gemeinsame Jahre zu würdigen. Wir sind dankbar für unser Leben und dass wir noch fit sind“, sagt Reinhard.
Gute Idee!
Für andere kam Einfach heiraten indes spontaner. Sehr viel spontaner. Zum Beispiel für Kathrin, die von ihrem Mann mit einer Feier zum 15. Hochzeitstag überrascht wurde. „Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen“, sagt Alex lachend. „Ich habe heimlich 60 Freunde eingeladen und Pfarrer Benjamin Schiwietz gebeten, uns zu segnen. Überraschung geglückt, würde ich sagen“, sagt er in einer Traube aus Freundinnen und Freunden, die die beiden in der Fußgängerzone hochleben lassen.
Segen im Kneipenlicht
Viel intimer ging’s in der Gaststätte „Zur Sonne“ zu. Dort segnete Pfarrerin Friederike Zeiler im kleinen Kreis und stimmungsvollen Kneipenlicht ein Paar, das erst nächstes Jahr vor den Traualtar treten will – sich aber schonmal segnen lassen wollte. Und Pfarrerin Monika Christ wurde im Burggarten Teil eines besonderen Coups. Dort überraschten Eva und Laura ihre Partner Andi und Florian mit einem Heiratsantrag, den die Pfarrerin mit einer Segensfeier für die Liebe der Paare krönte – traumhaft begleitet von Sängerin Sandra Huth.
Viele Helfende
Apropos traumhaft: Auch die anderen Haupt- und Ehrenamtlichen trugen dazu bei, dass der Tag für die Paare ein ganz besonderer war: die Westerburger Turmbläser, die im Innenhof des Schlosses tapfer den Temperaturen trotzten; Matthias Ohlig, der nicht nur Klavier spielte, sondern auch Hits der Münchner Freiheit auf einem alten Harmonium interpretierte, Anja Lenz Michels und Carlo Hummer in der Schlosskirche, Fotograf Hieu Duong, die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfenden, die beim Auf- und Abbau zur Stelle waren und die Trauorte und Paare im Blick hatten. Einfach heiraten 2026 war für sie alle ein Erlebnis. Und für die Paare, die Ja zu ihrer Liebe gesagt haben, erst recht. (bon)
Peter BongardWünsche erfüllt
Oder eben: um kirchlich zu heiraten. So wie’s Olaf und Jessica an diesem Tag wagten. Sie haben sich schon vor 16 Jahren da Ja-Wort gegeben – auf dem Standesamt. „Aber mein Traum war es immer, kirchlich zu heiraten. Aber irgendwie passte das nie; auch finanziell nicht“, sagt Jessica. Dank Einfach heiraten konnten sie sich diesen Wunsch nun erfüllen und ganz unkompliziert vor Gott und den Menschen Ja zueinander sagen. Im schönen Ambiente des Schlossinnenhofs segnete sie Pfarrerin Swenja Müller und wünschte den beiden, dass sich ihre Liebe immer mehr entwickelt; tiefer und reifer wird. Zwischendurch spielte der Sänger Anatoli Lieblings- und Liebessongs – und die Tränen flossen. Natürlich nicht zum einzigen Mal an diesem Tag: Viele Paare lasen sich gegenseitige Eheversprechen vor. Versprechen, die berühren: die Paare, deren Freunde – und auch die Pfarrerinnen und Pfarrer: „Das ist das Besondere an Einfach heiraten: Diese Mischung aus Lockerheit und dieser tiefen Ernsthaftigkeit und Emotionalität, die die Trauungen haben“, sagt Pfarrer Maic Zimmermann. „Ich finde: Es fehlt nichts; alles ist trotz der recht kurzen Zeremonie mit drin: Die Ansprache, die Trauung, der Segen, Musik, der Sekt und sogar ein Paarfoto.“
Jedes Jahr dabei
Diese besondere Mischung lieben auch Gritty und Ralf aus Hachenburg. Sie sind zum zweiten Mal bei Einfach heiraten – natürlich wieder angemessen gekleidet und mit einem Ja zum anderen, das immer noch von Herzen kommt. „Letztes Jahr sagte mein Mann: ,Ich würde Dich immer wieder heiraten!‘. Ich nehme ihn beim Wort: So Gott will sind wir nun immer bei ,Einfach heiraten‘ dabei und lassen unsere Liebe segnen.“
Oma wäre glücklich
Für Jens und Manuela hat Einfach heiraten ebenfalls eine besondere Bedeutung: Auch sie sind schon lange ein Paar, auch sie erfüllen sich einen Traum – besser gesagt: nicht nur sich: „Nach 31 Jahren brauche ich keine große Hochzeit mehr“, lächelt Manuela, und ihr Mann ergänzt: „Die Oma hat es sich immer gewünscht, dass wir irgendwann mal kirchlich heiraten. Heute können wir ihr und uns diesen Wunsch erfüllen. Auch wenn sie’s leider nicht mehr erlebt.“
Dankbar für 50 Jahre
Reinhard und Elke nehmen Einfach heiraten zum Anlass, um ihre Goldhochzeit zu feiern. Und Gott danke zu sagen: „Wir dachten uns: Das ist doch eine tolle Art, 50 gemeinsame Jahre zu würdigen. Wir sind dankbar für unser Leben und dass wir noch fit sind“, sagt Reinhard.
Gute Idee!
Für andere kam Einfach heiraten indes spontaner. Sehr viel spontaner. Zum Beispiel für Kathrin, die von ihrem Mann mit einer Feier zum 15. Hochzeitstag überrascht wurde. „Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen“, sagt Alex lachend. „Ich habe heimlich 60 Freunde eingeladen und Pfarrer Benjamin Schiwietz gebeten, uns zu segnen. Überraschung geglückt, würde ich sagen“, sagt er in einer Traube aus Freundinnen und Freunden, die die beiden in der Fußgängerzone hochleben lassen.
Segen im Kneipenlicht
Viel intimer ging’s in der Gaststätte „Zur Sonne“ zu. Dort segnete Pfarrerin Friederike Zeiler im kleinen Kreis und stimmungsvollen Kneipenlicht ein Paar, das erst nächstes Jahr vor den Traualtar treten will – sich aber schonmal segnen lassen wollte. Und Pfarrerin Monika Christ wurde im Burggarten Teil eines besonderen Coups. Dort überraschten Eva und Laura ihre Partner Andi und Florian mit einem Heiratsantrag, den die Pfarrerin mit einer Segensfeier für die Liebe der Paare krönte – traumhaft begleitet von Sängerin Sandra Huth.
Viele Helfende
Apropos traumhaft: Auch die anderen Haupt- und Ehrenamtlichen trugen dazu bei, dass der Tag für die Paare ein ganz besonderer war: die Westerburger Turmbläser, die im Innenhof des Schlosses tapfer den Temperaturen trotzten; Matthias Ohlig, der nicht nur Klavier spielte, sondern auch Hits der Münchner Freiheit auf einem alten Harmonium interpretierte, Anja Lenz Michels und Carlo Hummer in der Schlosskirche, Fotograf Hieu Duong, die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfenden, die beim Auf- und Abbau zur Stelle waren und die Trauorte und Paare im Blick hatten. Einfach heiraten 2026 war für sie alle ein Erlebnis. Und für die Paare, die Ja zu ihrer Liebe gesagt haben, erst recht. (bon)
Britta Nicolay
Als Helene Wermbter im Herbst 2023 zur Juleica-Ausbildung fährt, ist sie zunächst skeptisch. „Eine Woche weg mit anderen Jugendlichen – darauf hatte ich erst nicht so Lust“, erinnert sich die 17-Jährige aus Nackenheim. Heute sitzt sie im Vorstand der Dekanatsjugend und engagiert sich bei zahlreichen Projekten. Für sie wurde die Juleica zum Sprungbrett ins Ehrenamt.
Ähnlich begann auch der Weg von Philipp Flick. Der 17-Jährige aus Oppenheim hilft bereits seit Jahren in seiner Kirchengemeinde mit, begleitet Konfirmandenfreizeiten und unterstützt Gottesdienste. Die Juleica-Ausbildung absolvierte er, um mehr Sicherheit für seine Aufgaben zu gewinnen. „Die Schulung hat mir geholfen, einen besseren Überblick zu bekommen“, sagt er.
privatDie Jugendleiter-Card (Juleica) ist die bundesweit anerkannte Ausbildung für ehrenamtliche Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit. Im Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim verbringen die Teilnehmenden dafür eine gemeinsame Woche zumeist in einem Selbstversorgerhaus. Auf dem Programm stehen Gruppenpädagogik, Entwicklungspsychologie, Spielepädagogik, Aufsichtspflicht, Jugendschutz und der Schutz des Kindeswohls. Hinzu kommen praktische Themen wie das Leiten von Freizeiten, Kreativangebote, Erzählen, Singen mit Gruppen und spirituelle Impulse. „Wir nutzen die Kombination aus Theorie und Praxis, Wissen und Erfahrungen“, erklärt Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay. „Die Jugendlichen sollen am Ende gut vorbereitet sein für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.“
Doch die Ausbildung soll weit mehr vermitteln als Fachwissen. „Persönlichkeitsförderung steht für mich absolut im Fokus“, sagt Nicolay. Jugendliche sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen anzunehmen und ihre eigenen Stärken zu entdecken.
Hilke Wiegers „Ich habe als Kind tolle Erfahrungen in der Kirche gemacht – und genau das möchte ich heute weitergeben.“
Helene Wermbter
Genau das erlebte Helene während ihrer Ausbildungswoche. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Einheit zur Gestaltung von Andachten. Die Teilnehmenden entwickelten eigene Ideen, schrieben Gebete und präsentierten ihre Konzepte. „Man wird selbstbewusster und bekommt das Handwerkszeug an die Hand“, sagt sie. „Auch auf Notfälle vorbereitet zu sein, hat mir Rückhalt gegeben.“
Philipp erinnert sich vor allem an die Themen Gruppendynamik, Jugendschutz und den Umgang mit sexualisierter Gewalt. Das Gelernte kann er heute direkt einsetzen. In den Nachbarschaftsräumen seiner Gemeinde begleitet er Konfirmandinnen und Konfirmanden, unterstützt Jugendgruppen und engagiert sich bei Veranstaltungen wie dem Konfi Adventure. „Man kann Kreativität in die Programmplanung einbringen und Verantwortung übernehmen“, sagt er. Besonders motivierend sei das positive Feedback der Jugendlichen. „Wenn die Konfis Spaß haben und aktiv mitmachen, merkt man, dass sich die Arbeit lohnt.“
Ein besonderer Schwerpunkt der kirchlichen Juleica-Ausbildung liegt auf Gemeinschaft und Glauben. Neben pädagogischen Inhalten gehören Andachten, spirituelle Impulse und die Beschäftigung mit biblischen Geschichten dazu. Für Helene ist das ein wichtiger Bestandteil. „Ich hatte als Kind selbst viele schöne Erfahrungen in der Kirche. Die möchte ich an andere Kinder weitergeben“, sagt sie.
Auch Nicolay sieht darin einen wichtigen Auftrag. Die Ausbildung solle Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihren Glauben kennenzulernen und gleichzeitig Verantwortung für andere zu übernehmen. „Wenn Jugendliche keine Möglichkeiten finden, sich einzubringen, verlieren wir sie“, sagt sie. Deshalb setzt das Dekanat bewusst auf kleine Gruppen, intensive Begleitung und zahlreiche Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung.
Für Philipp und Helene hat sich dieser Weg gelohnt. Während Helene heute die Jugendarbeit auf Dekanatsebene mitgestaltet, engagiert sich Philipp vor allem in seiner Heimatgemeinde. Beide eint die Erfahrung, dass die Juleica weit mehr ist als ein Zertifikat. Sie vermittelt Kompetenzen fürs Leben und eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, Kirche aktiv mitzugestalten.
„Man kann unglaublich viel bewegen“, sagt Helene. Und Philipp ergänzt, was viele Ehrenamtliche antreibt: „Wenn man sieht, dass die Jugendlichen Freude haben und gerne dabei sind, dann fühlt sich das einfach gut an.“
Anke Gersie
Fast vier Wochen lang stand die Alzeyer Nikolaikirche ganz im Zeichen der Kunstinstallation GAIA des britischen Künstlers Luke Jerram. Dessen sechs Meter große Erde drehte sich Tag und Nacht im Altarraum der Kirche und wurde von tausenden von Menschen bewundert.
New York – London – Berlin: Alzey reihte sich als bislang kleinste Stadt als einer der Orte ein, an denen GAIA erlebt werden durfte. Und das als ein sehr besonderer Ort, denn die ruhige und helle Gestaltung der Nikolaikirche brachte den Erdball so richtig zum Leuchten. „Diese Kirche ist der perfekte Ort für Gaia“, lauteten zahlreiche begeisterte Einträge im Gästebuch.
Anke GersieAls perfekten Ort empfand auch das Dekanat Alzey-Wöllstein als Veranstalter der Kunstinstallation die Nikolaikirche und freute sich, dass die Kirchengemeinde Alzey als Hausherrin zustimmte und der Dekanatssynodalvorstand das ehrgeizige Projekt finanziell absegnete. Rund 50 Ehrenamtliche passten dann jeden Tag während der langen Öffnungszeiten auf GAIA auf und gaben Auskunft zur Kunstinstallation - damit waren die Weichen für das erfolgreiche Evant gestellt.
Neben der Erdkugel begeisterten die vielen Veranstaltungen, die rund um GAIA stattfanden. Dazu zählten klangvolle Konzerte – instrumental ebenso wie chorisch – spannende Vorträge, interessante Lesungen und abwechslungsreiche Mitmachangebote für Kinder. Eine Kunstperformance fand ebenso aufmerksame Gäste wie eine verbale Reise rund um die Welt, bei der Menschen aus verschiedenen Ländern ihre Lebensgeschichten teilten. Unvergesslich wird GAIA sicherlich vor allem für die Konfirmierten sein, die unter ihr eingesegnet wurden. Zahlreiche Kinder nahmen am Malwettbewerb teil und bebilderten ihr schönstes Erlebnis mit GAIA.
„Vielen ist angesichts von Gaia die Einzigartigkeit und die Schönheit unserer Erde so richtig bewusst geworden“, äußert sich Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel zu dem gelungenen Projekt. Die Gäste empfanden Gaia als Geschenk – das zeigen die Einträge ins Gästebuch. „Wie wunderschön ist unsere Welt und dieser Blick zeigt es uns beeindruckend“, lautet einer von vielen Beiträgen. Und ein Satz bringt auf den Punkt, was in der Nikolaikirche stattgefunden hat: „In Alzey berühren sich Himmel und Erde!“
Britta Jagusch
„Ich denke lieber an die schönen Erinnerungen“, sagt Jonas. „Daran, wie wir zusammen Sport gemacht haben oder an gemeinsame Ausflüge.“ An seinen Vater Thomas erinnert sich der heute 13-Jährige vor allem so. Nicht an die Tage im Krankenhaus, sondern an die vielen gemeinsamen Momente davor. Dass er heute mit einem Lächeln von seinem Vater erzählen kann, ist nicht selbstverständlich. Vor fast zwei Jahren Jahren starb Thomas völlig unerwartet nach einem schweren Schlaganfall. Jonas war damals zwölf Jahre alt.
Am 2. November 2024 fährt Ruth mit ihrem Sohn zum Tag der offenen Tür seiner Schule. Auf der Rückfahrt ruft sie ihren Mann an. Seine Stimme klingt ungewohnt. „Ich fühle mich irgendwie komisch. Ich sehe nicht richtig. Mir ist schwindelig.“ Die gelernte Intensivkrankenschwester reagiert sofort und bringt ihren Mann ins Krankenhaus. Dort stellen die Ärzte ein ein Blutgerinnsel fest. Thomas erleidet einen schweren Schlaganfall. Trotz einer Notoperation stirbt er wenige Tage später.
Für seine Frau beginnt eine Zeit, die sie heute nur noch bruchstückhaft in Erinnerung hat. Gespräche mit Ärzten, Entscheidungen, auf die man nicht vorbereitet ist, und die bange Frage, wie sie ihrem Sohn erklären soll, was gerade geschieht. „Das war zunächst keine Trauer, ich war traumatisiert und konnte keinen klaren Gedanken fassen”, sagt die 44-Jährige. Sie möchte vor allem Jonas vor Leid bewahren und überlegt, ihn von der Verabschiedung seines Vaters fernzuhalten. Doch im Krankenhaus rät ihr eine Oberärztin davon ab. Heute ist sie dankbar für diesen Rat. Jonas kann sich von seinem Vater verabschieden und Fragen stellen.
Sternenzelt„Begreifen kommt vor Trauern“, sagt Claudia Vormann, Leiterin von Sternenzelt, einer Einrichtung der evangelischen Familienbildung Main-Taunus, die trauernde Kinder und ihre Angehörigen im Rhein-Main-Gebiet begleitet. „Kinder brauchen ehrliche, altersgerechte Antworten und die Möglichkeit zu verstehen, was passiert ist. Aus Liebe wollen Erwachsene Kinder oft schützen. Doch sie brauchen die Chance, Abschied zu nehmen und das Geschehen einzuordnen.“ Im Krankenhaus erhält die Mutter einen Flyer von Sternenzelt. Einen Tag nach dem Tod ihres Mannes greift sie zum Telefon.
„Heute weiß ich, dass das einer der wichtigsten Anrufe meines Lebens war.“ Wenige Tage später kommen zwei Trauerbegleiterinnen zu der Familie – eine unterstützt die Mutter, die andere begleitet Jonas. „Es saß plötzlich jemand an unserem Tisch, der Ruhe ausgestrahlt hat“, erzählt Ruth. „Jemand, der wusste, was gerade mit uns passiert.“ Neben der Trauer gibt es auch viele existenzelle Fragen: Können wir hier wohnen bleiben? Wie hoch ist der Kredit für das Haus? Reicht ein Verdienst aus? „Das hat mir viel Angst gemacht“, sagt Ruth. Denn um die Finanzen hatte sich bisher Bankmanager Thomas gekümmert.
„Wenn ein Elternteil stirbt, trauert nicht nur das Kind, sondern das gesamte Familiensystem gerät aus dem Gleichgewicht.“
Claudia Vormann, Leiterin von Sternenzelt
Für Claudia Vormann beginnt Trauerbegleitung daher immer bei der ganzen Familie. „Wenn ein Elternteil stirbt, gerät das gesamte Familiensystem aus dem Gleichgewicht. Die verstorbene Person wird vermisst, gleichzeitig können finanzielle Sorgen entstehen, ein Umzug notwendig werden oder andere Veränderungen im Alltag folgen. Deshalb schauen wir zunächst: Was braucht diese Familie, um wieder Stabilität zu gewinnen“, sagt Vormann. „Kinder orientieren sich an den Erwachsenen. Wenn diese wieder Schritt für Schritt Sicherheit gewinnen, kann auch für die Kinder ein neuer Alltag entstehen.”
Mit der Zeit lernt die Familie, dass Trauer nicht bedeutet, den Verstorbenen aus dem eigenen Leben zu verbannen. Erinnerungen bekommen ihren Platz. Fotos werden angeschaut, Geschichten erzählt und gemeinsame Momente bewahrt. „Wir haben gelernt, Thomas mitzunehmen“, sagt die Mutter. „Nicht festzuhalten, sondern ihm einen Platz in unserem Leben zu geben.“ Für Claudia Vormann ist genau das ein wichtiger Teil der Trauerbegleitung. Es gehe nicht darum, den verstorbenen Menschen loszulassen und zu vergessen. „Kinder brauchen die Möglichkeit, ihre Verbindung zu Mama oder Papa weiterzuführen“, sagt sie. Erinnerungen, Erzählungen und persönliche Gegenstände könnten dabei helfen. Gerade für Kinder und Jugendliche sei die Frage wichtig: Was habe ich von diesem Menschen mitbekommen? Was bleibt von ihm in meinem eigenen Leben?
Auch Jonas findet seinen eigenen Weg durch die Trauer. Er besucht regelmäßig die Trauergruppe von Sternenzelt für Jugendliche. Dort trifft er andere junge Menschen, die ebenfalls einen Elternteil verloren haben. „Ich muss da nichts erklären“, sagt Jonas. „Die anderen wissen einfach, wie das ist.“
„In unseren Gruppen treffen sich Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen. Das entlastet und stärkt.“
Claudia Vormann
Sternenzelt„Für Kinder und Jugendliche ist diese Erfahrung besonders wertvoll“, erklärt Vormann. Sie erleben: Ich bin nicht allein. Andere kennen ähnliche Gefühle und verstehen, warum manche Situationen schwer sind. Das könne entlasten und neue Sicherheit geben. „Trauer bei Kindern sieht oft anders aus als bei Erwachsenen“, erklärt Vormann. „Kinder weinen nicht immer, wenn sie traurig sind. Sie spielen, lachen und gehen ihren Alltag weiter – und plötzlich kann die Trauer wieder ganz präsent sein.“ Vormann beschreibt diese Momente als „Trauerpfützen“. „Kinder tauchen manchmal für einen Moment ganz tief in ihre Trauer ein und gehen danach wieder zurück in den Alltag.“
Beides darf sein. Traurig sein und lachen. Vermissen und schöne Momente erleben. Wütend sein und trotzdem Freude empfinden. Für Ruth ist es eine wichtige Erkenntnis, dass sie ihren Sohn nicht vor jeder schmerzhaften Erfahrung bewahren kann. Aber sie kann ihn begleiten. Das zeigt sich auch im Alltag der Familie. Jonas geht weiterhin zur Schule, hält an vertrauten Abläufen fest und findet Stabilität in kleinen Ritualen. Gleichzeitig darf er über seinen Vater sprechen, Fragen stellen und auch schwierige Gefühle zulassen. „Papa wäre stolz auf dich“, sagt seine Mutter manchmal zu ihm. Oder: „Wie schön wäre es gewesen, wenn Papa das noch erlebt hätte.“
Früher wären solche Sätze kaum möglich gewesen. Heute gehören sie zu ihrem gemeinsamen Leben. Die Mutter blickt dankbar auf die Unterstützung zurück, die sie und ihr Sohn erfahren haben. Sternenzelt habe ihnen geholfen, Worte für das Unbegreifliche zu finden und einen Umgang mit dem Verlust zu entwickeln.
„Am Ende bleibt vor allem Dankbarkeit“, sagt Ruth. „Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit mit Thomas, für die Erinnerungen und ganz besonders für die Menschen, die uns in dieser schweren Zeit begleitet haben.“
(Die Namen der Familie wurden zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert.)
Sternenzelt ist ein Angebot der Evangelischen Familienbildung Main-Taunus und begleitet Familien aus der gesamten Rhein-Main-Region nach dem Tod eines Elternteils. Die Angebote sind für die betroffenen Familien kostenfrei. Wer die Arbeit von Sternenzelt fördern möchte, kann dies unkompliziert und sicher über die Homepage von Sternenzelt tun.
Peter Bongard
Vier Tage lang hat Alsfeld sich in ein riesiges Festival aus Musik, Glauben, Begegnung und guter Laune verwandelt – jetzt ist der Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vorbei. Rund 4.500 Jugendliche waren dabei, haben gefeiert, diskutiert, gebetet, getanzt und einfach erlebt, wie Kirche auch sein kann: laut, bunt und ziemlich lebendig.
Über 150 Programmpunkte standen zur Auswahl – von Workshops und Konzerten über Sport- und Mitmachaktionen bis zur Konfi-Rallye, bei der ganze Gruppen quer durch die Stadt unterwegs waren. Dazwischen: Chill-Zonen, Gottesdienste, spontane Begegnungen und Abende, die mit Musik, DJ-Sets und Open Stage bis spät in die Nacht gingen. Wer es ruhiger wollte, fand in Kirchen oder bei Andachten unter freiem Himmel einen Moment zum Durchatmen.
Florian WiegandDamit das alles läuft, waren rund 550 Ehrenamtliche im Einsatz – viele selbst Jugendliche oder junge Erwachsene. Sie haben nicht nur Programmpunkte gestaltet, sondern auch aufgebaut, organisiert, Wege erklärt und dafür gesorgt, dass sich die ganze Stadt wie ein gemeinsamer Treffpunkt anfühlt. Unterstützt wurden sie aus der ganzen Region, unter anderem auch von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck).
„Hier merkt man richtig, wie viel passiert, wenn Jugendliche selbst gestalten dürfen“, war aus dem Organisationsteam zu hören – genau dieser Spirit hat die Tage geprägt: ausprobieren, mitmachen, laut sein dürfen, aber auch Momente der Stille haben.
Und es geht weiter: Beim Abschlussgottesdienst wurde schon der nächste Halt verkündet. 2028 kommt der Jugendkirchentag nach Bensheim. Dort startet jetzt die Vorbereitung – mit viel Vorfreude darauf, wieder tausende junge Menschen zusammenzubringen, die Kirche auf ihre eigene Art erleben wollen.
Britta Jagusch
Wenn an einem Samstagnachmittag im Haus der Vereine in Reichelsheim Schraubenzieher klappern, Nähmaschinen rattern und über einem geöffneten Toaster fachkundig diskutiert wird, dann hat das Repair Café des GenerationenNetzes Reichelsheim seine Türen geöffnet. Einmal im Monat geht es hier um weit mehr als die Reparatur defekter Geräte. Es geht um gegenseitige Unterstützung, um Begegnung und Austausch.
Die Nähmaschine rattert leise. Birte Undeutsch hält den Stoff fest, während die Nadel gleichmäßig ihre Bahnen zieht. Neben ihr liegt ein Kleid, das gekürzt werden soll. Ein paar Meter weiter beugt sich Henner Dietl über eine alte Messinglampe. Mit geübtem Blick prüft er Kabel und Kontakte. Auf dem Tisch vor Kurt Friedrich liegen keine Schraubenzieher, sondern Smartphones und viele Fragen: Welche App brauche ich wirklich? Ist diese Nachricht echt? Wie schütze ich meine Daten? Geduldig erklärt der Digital-Lotse, worauf man bei neuen Einstellungen achten muss.
Auch die 85-Jährige, die alle freundlich Toni nennen, gehört zu den Gästen des Repair Cafés. Die Seniorin aus Fränkisch-Crumbach hat diesmal ein Kleid dabei, das gekürzt werden soll. Selbst nähen kann sie nicht mehr. „Ich sehe das einfach nicht mehr mit Nadel und Faden“, erzählt sie. Umso dankbarer sei sie für die Ehrenamtlichen, die sich hier engagieren. „Wo gibt es das sonst noch, dass Sachen repariert werden? Heute wird vieles viel zu schnell weggeschmissen und neu gekauft. Das ist schade.“ Für Toni ist das Repair Café mehr als eine praktische Hilfe. Denn genauso wichtig wie die Reparatur sei die Atmosphäre: „Man kommt ins Gespräch, trifft Leute und später kann man noch Kaffee trinken und gespendeten Kuchen essen.“
Britta JaguschVor rund 15 Jahren entstand das GenerationenNetz Reichelsheim aus der Frage heraus, wie der ländliche Raum lebendig bleiben kann. Junge Menschen verließen die Region für Ausbildung und Beruf, gleichzeitig veränderte sich die Altersstruktur. Gemeinsam mit der damaligen Dekanatsreferentin Annette Claar-Kreh führte die Evangelische Michaelsgemeinde die Veranstaltungsreihe „Zukunft Odenwald“ an drei aufeinanderfolgenden Abenden in Reichelsheim durch. Engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Politik, Vereinen, Schulen und Kirchen entwickelten Ideen für die Zukunft des Ortes. Daraus entstand Schritt für Schritt ein Netzwerk, das heute viele Angebote miteinander verbindet.
„Wir müssen mit offenen Augen auf das Leben schauen und überlegen, was Menschen brauchen“, sagt Waltraud Frassine. Die 75-Jährige war als damalige Vorsitzende des Kirchenvorstands am Entstehen des Generationennetzes beteiligt. Bis heute koordiniert sie die Nachbarschaftlichen Hilfen des Netzwerkes, auch das Repair Café. Unterstützt wird sie dabei von zahlreichen Ehrenamtlichen.
Britta JaguschUnter dem Dach des GenerationenNetzes, zu dem auch die Projekte der Gemeinwesenarbeit (GWA) gehören, gibt es vielfältige Aktivitäten, die von der Mary Ann Kübel Stiftung und der Evangelischen Michaelsgemeinde angeboten werden. Das sind zum Beispiel Fahrten zu Krankenhäusern und Ärzten im weiteren Umkreis im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, Sprachkurse, Familienbildung, das Digital Café und die digitale Sprechstunde, es treffen sich Selbsthilfegruppen und es gibt Begegnungsveranstaltungen in den Räumen der Partner. Zum Netzwerk gehören zudem Beratungsangebote der Diakonie und der Bürgerbus, an dem auch die Kommunalgemeinde beteiligt ist.
Für Pfarrerin Charlotte Voss ist genau diese Verbindung entscheidend. „Die Idee war vor allem: Wie schaffen wir es, Menschen innerhalb der Kommune zusammenzubringen und Angebote miteinander zu verknüpfen?“ Besonders wichtig ist ihr dabei auch der Gedanke der Nachhaltigkeit. “Im Repair Café wird sichtbar, dass nicht alles schnell durch Neues ersetzt werden muss, sondern repariert werden kann.“
Britta JaguschAn den Nähmaschinen sitzen Ehrenamtliche wie Birte Undeutsch und Miriam Pfeifer. „Wir haben das nicht professionell gelernt, sondern machen das einfach gern und schon sehr lange.“ Miriam Pfeifer ist seit elf Jahren im Repair Café dabei. Sie kürzt Hosen, bessert Kleider aus und näht Knöpfe an. Manchmal kommen Menschen auch mit ihren eigenen Nähmaschinen vorbei, weil sie nicht wissen, wie diese funktionieren. Am Nachbartisch ist handwerkliches Wissen gefragt. Henner Dietl engagiert sich seit zehn Jahren im Repair Café. „Mein Hobby ist einfach Reparieren. Das habe ich früher schon ins Poesiealbum geschrieben“, sagt er lachend. Ob Staubsauger, Waffeleisen oder defektes Kabel: Gemeinsam mit weiteren Technikern findet er häufig eine Lösung.
Britta JaguschAuch der digitale Wandel gehört inzwischen zum Alltag des GenerationenNetzes. Im Digital-Café und in der digitalen Sprechstunde helfen Ehrenamtliche Menschen bei Fragen rund um Smartphone, Computer und Internet. Kurt Friedrich ist nicht nur einer der Digital-Lotsen, sondern organisiert den Einsatz der Ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer mit dem Bürgerbus. Auf Vorbestellung werden Menschen zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Physiotherapie gebracht. Dabei ist der Bürgerbus längst mehr als ein Transportmittel. „Während der Fahrten entstehen Gespräche, manchmal werden ganze Lebensgeschichten erzählt”, sagt Kurt Friedrich. Warum sich der Ruheständler im GenerationenNetz engagiert? „Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, davon möchte ich etwas zurückgeben.“
Vielleicht ist das die besondere Stärke des GenerationenNetzes Reichelsheim: Es schafft Orte, an denen Menschen füreinander da sind, ihr Wissen teilen, Zeit schenken, gemeinsam nach Lösungen suchen und Gemeinschaft erfahren.
Rolf Oeser
Vor 18 Jahren schon sei klar gewesen, bei den Räumlichkeiten der Evangelischen Sankt Nicolai-Gemeinde muss etwas passieren, berichtete Pfarrer Wolfgang Löbermann anlässlich der Eröffnung des neuen Gemeindezentrums Sankt Nicolai im Frankfurter Ostend Anfang 2026.
Und tatsächlich ist in den vergangenen Jahren viel geschehen: Ein Teil des fast 2.800 Quadratmeter umfassenden Areals, das einst allein für Kirche, Gemeinde- und Pfarrhaus zur Verfügung stand, wurde der Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt am Main eG (WBG) im Erbbaurecht übergeben. Im August 2025 konnten die ersten der 15 Drei-bis Vierzimmerwohnungen, die auf 720 Quadratmetern des kirchlichen Grundstücks auf fünf Etagen entstanden sind, von den Mieterinnen und Mietern bezogen werden. Ein neuer Gemeindebau ist daneben entstanden. Die Kosten des Gesamtprojekts beliefen sich auf rund 9,3 Mio. Euro.
Rolf OeserDer Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach (ERV) und die Wohnungsbaugenossenschaft haben einen Entwurf des Frankfurter Büros Zvonko Turkali Architekten realisiert. Im Sommer 2026 konnte sich das Architekturbüro Turkali, die Bauabteilung des ERV und die Gemeinde über die Nominierung für die Auszeichnung „Vorbildliches Bauen im Land Hessen“ freuen. Aus über 100 Einreichungen wählte die Jury 23 Projekte für die Shortlist aus. Nominiert wurden sie in den vier Preiskategorien Architektur, Innenarchitektur, Freiraum- und Landschaftsplanung sowie Quartiersplanung und Stadtentwicklung. Vergeben wird der Preis vom hessischen Finanzministerium sowie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen.
„Mit dieser Shortlist-Nominierung wird unser baukulturelles Engagement auf besondere Weise gewürdigt. Wir freuen uns, dass die städtebaulichen Ideen aus dem Wettbewerb gemeinsam mit der WBG bis zur Realisierung konsequent umgesetzt werden konnten. Die gelungene Verdichtung, das moderne Gebäudeensemble und die neuen Außenräume werten den Standort nachhaltig auf und schaffen einen lebendigen Ort im Quartier“, äußert Cornelius Boy, Leiter Abteilung Bau, Liegenschaften und Hausverwaltung des Evangelischen Regionalverbandes.
Die Verwaltung des Nachbarschaftsraums Ost, dessen Einzugsgebiet von den Frankfurter Stadtteilen Seckbach, Bornheim, Nordend, Ostend bis in die Stadtteile Riederwald und Fechenheim reicht, ist nun hier ansässig. Ein 145 Quadratmeter umfassender Gemeindesaal und zwei Gruppenräume stehen neben den Büros in dem Neubau zur Verfügung.
Rolf OeserBei der Auswahl der Materialien habe man sich an denen der Kirche orientiert, erläutert die für das Projekt verantwortliche Mitarbeiterin der Bauabteilung des ERV, Antje Grell: So wurde zum Beispiel die Natursteinfassade der Kirche als verbindendes Element an den Straßenfassaden und im Hof weitergeführt. Sichtbetonoberflächen und Betonsichtmauerwerk sind die charakteristischen Materialien im Gemeindehaus.
Das Gemeindezentrum schließt direkt an die Kirche an. Zwei großzügige Verbindungstüren ermöglichen beide Gebäude für Veranstaltungen zu einer Einheit zu verknüpfen. Sämtliche Räume, einschließlich der Toiletten, sind barrierefrei. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist vorhanden mit U-Bahnhaltestelle, Straßenbahn und Bus. Auch der Ostbahnhof ist fußläufig erreichbar. Für das Wohngebäude und das Gemeindezentrum stehen 28 Tiefgaragenplätze zur Verfügung, die sich beide Seiten teilen.
Rolf OeserDie Küche ist so mit dem Foyer verbunden, dass auch hier gefeiert werden kann. Die Türen zum Hof hin öffnen den Raum nach außen und machen die Hoffläche direkt nutzbar. So entsteht ein attraktiver Treffpunkt im Freien, der zum Verweilen einlädt. Inmitten des Hofes ist eine Hopfenbuche platziert, eine lange Bank und eine Rundbank laden zum Verweilen ein. „Zwischen Innen und Außen entsteht somit ein räumliches Kontinuum ohne Stufen, ohne Grenzen. Hier ist jede und jeder willkommen – unabhängig von Alter, kultureller oder sozialer Herkunft und persönlichen Interessen“, so das Büro Turkali in der Baubeschreibung. In den ersten Monaten konnten schon viele sich davon überzeugen: Es ist ein offenes Haus mit vielen Möglichkeiten entstanden.
Jutta Schütt-Frank
Seit 72 Jahren ist der Platz von Otto Peter auf der Orgelempore in Groß-Eichen. 72 Jahre – ein Zeitraum, in dem Kinder geboren wurden, erwachsen wurden, selbst Kinder bekamen und inzwischen vielleicht schon Enkel haben. Menschen, die Otto Peter als Organisten bei ihrer Taufe erlebt haben, saßen später bei ihrer Konfirmation wieder vor ihm, heirateten mit seiner Musik und kamen Jahre oder Jahrzehnte später zu den Taufen ihrer eigenen Kinder. Nun wurde der 83-Jährige aus Altersgründen in einem Gottesdienst aus seinem Dienst als Organist verabschiedet. Und plötzlich wurde spürbar, was diese Zahl eigentlich bedeutet: 72 Jahre. Ein ganzes Leben an der Orgel.
Mit elf Jahren begann alles
1954 setzte sich Otto Peter erstmals an die Orgel in Groß-Eichen. Er war gerade elf Jahre alt. Dass aus diesem Jungen einmal ein Organist werden würde, hatte der damalige Pfarrer Walter Weinandt offenbar früh erkannt. Otto konnte bereits Klavier und Akkordeon spielen. Klavierunterricht hatte er schon mit acht Jahren bekommen. Von da an gehörte die Musik zu seinem Leben – und die Orgel zum Sonntag.
Später, als er den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Familie übernommen hatte, gehörte auch das morgendliche Melken zu seinem Sonntagsablauf: erst in den Stall, danach in die Kirche. Die Orgel wartete. Und Otto Peter kam. Es blieb nicht bei der Kirchenmusik. Otto Peter spielte Akkordeon und Klavier, musizierte bei Festen, Geburtstagen und Stammtischen und war mit seiner kleinen Tanzkapelle „Triveros“ unterwegs. Auch in Gießen trat die Gruppe regelmäßig auf.
Gleichzeitig wurde Otto Peter zu einem leidenschaftlichen Chorleiter und prägte über Jahrzehnte mehrere Chöre in der Region. Er leitete unter anderem den Gesangverein Groß-Eichen, den Männergesangverein Bobenhausen und Germania Lauter. Über viele Jahre war er damit nicht nur der Mann an der Orgel, sondern ein musikalischer Mittelpunkt weit über den eigenen Ort hinaus. Seine musikalische Ausbildung vertiefte er sogar am Dr. Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt. Doch so vielfältig seine musikalische Welt war: Sonntagmorgen war Groß-Eichen.
Patrica Luft„Otto ist kein Organist. Otto ist Inventar.“
Pfarrerin Kerstin Kiehl fand bei der Verabschiedung dafür ein Bild, das wohl kaum treffender sein könnte. „Otto ist kein Organist. Otto ist Inventar.“ Die Gemeinde lachte – und wusste sofort, was damit gemeint war. Denn Otto Peter hat in diesen 72 Jahren nicht einfach Gottesdienste musikalisch begleitet. Er hat die Geschichte einer ganzen Gemeinde mitgetragen.
Acht Pfarrerinnen und Pfarrer hat er in dieser Zeit erlebt. Er hat unterschiedliche Zeiten, unterschiedliche Vorstellungen und unterschiedliche kirchliche Veränderungen mitgemacht. Er spielte bei Taufen und Konfirmationen, bei Trauungen und Beerdigungen, an Weihnachten und Ostern. Er spielte in kalten Kirchen und auf aufgeheizten Emporen. Er erlebte Reparaturen und Restaurierungen der Orgel und sogar die Zeit, in der das Instrument vollständig ausgebaut war. Und immer wieder saß Otto Peter an der Orgelbank.
Wenn ein Pfarrer einmal zu schnell war, musste Otto musikalisch hinterher. Wenn jemand zu langsam war, konnte ein dezenter Registerwechsel schon einmal daran erinnern, dass die Gemeinde auch noch da war. Vor allem aber konnte Otto Peter etwas, das längst nicht jeder kann: spontan reagieren. Wenn ein Lied zu hoch oder zu tief gesetzt war, transponierte er es einfach. Mehrere Kreuze oder Bes – kein Problem. Auch die Tatsache, dass die Groß-Eichener Orgel etwas höher gestimmt ist, brachte ihn nie aus dem Takt. Musik war für ihn nie bloß das Abspielen von Noten. Sie musste funktionieren – für die Gemeinde, für den Gottesdienst, für den Moment.
Patricia Luft„Das ist Verkündigung“
Genau darin liege die besondere Bedeutung seines Dienstes, sagte die stellvertretende Dekanin des Evangelischen Dekanats Gießener Land, Pfarrerin Sarah Kiefer. „Ein ganzes Leben an der Orgel – Wahnsinn!“, sagte sie. Sie dankte Otto Peter im Namen des Dekanats für 72 Jahre, in denen er Menschen begleitet und die Botschaft des Evangeliums musikalisch erfahrbar gemacht habe. Ein Choral stehe eben nicht nur auf Papier, sagte Kiefer. Durch die Musik könne er ins Herz gehen. „Das ist Verkündigung, nicht nur Musik.“
Denn Kirchenmusik ist nicht nur eine Frage von Noten, Taktzahlen und Registerzügen. Sie ist Erinnerung: Ein Lied, das bei der eigenen Konfirmation erklungen ist. Eine Melodie bei der Hochzeit. Ein Choral bei der Beerdigung eines geliebten Menschen. Ein Weihnachtslied, das seit Jahrzehnten dazugehört. Wenn derselbe Mensch diese Musik über Generationen hinweg spielt, wird er selbst Teil dieser Erinnerungen.
Patrica Luft72 Jahre – und was davon bleibt
Als Otto Peter 1954 mit elf Jahren an der Orgel begann, konnte niemand wissen, was daraus einmal werden würde. Wie viele Gottesdienste folgen würden, wie viele Menschen er begleiten würde, wie viele Choräle durch seine Hände gehen würden, wie viele Kinder einmal vor ihm stehen und später mit ihren eigenen Kindern wiederkommen würden. Und wahrscheinlich hätte sich damals auch niemand vorstellen können, dass dieser Junge 72 Jahre später an derselben Orgel verabschiedet werden würde.
„Was für eine Treue“, würdigte Sarah Kiefer seinen jahrzehntelangen Dienst. Denn Otto Peter war da: Sonntag für Sonntag, Jahr für Jahr. Er hat seine musikalische Begabung über Jahrzehnte für andere eingesetzt – für die Kirche, für die Gemeinde und für die Menschen, die zu ihr gehören. Das zeigt auch, was Kirche ausmacht: Gemeinschaft, Verlässlichkeit und Menschen, die ihre Gaben einbringen. Menschen, die da sind – über viele Jahre hinweg. In Groß-Eichen war das 72 Jahre lang Otto Peter. Nun darf er selbst entscheiden, wann er wieder an die Orgel möchte. Er darf noch. Aber er muss nicht mehr.
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... ein besonderer Schritt auf ihrem Glaubensweg
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