Musikalisch Nachwuchs fördern
10 Jahre Frankfurter Bläserschule
Vor zehn Jahren wurde die Frankfurter Bläserschule aus der Taufe gehoben. In der Dreikönigskirche, manche nennen sie den „evangelischen Dom“, feierten die ersten Ensembles 2016 Premiere, im Juni 2026 endete in der Kirche am „Eiserner Steg“ in Sachsenhausen der Jubiläumsreigen, der zehn Konzerte umfasste. „Ich habe dieses Mal die selbe Jacke getragen wie damals, nur andere Schuhe“, erzählt die Leiterin der Bläserschule, Sunhild Pfeiffer. 2026 waren sie rot, dass passt zum Logo der in der vergangenen Dekade etablierten Bläserschule, damals trug sie Pink.
Ein weiterer Höhepunkt des Monats Juni: Vom Balkon des Frankfurter Rathauses Römer herab spielten die Ensembles „CORNFlakes“ und „Die Hornissen“ Pfingstmontag beim Festgottesdienst, eine Perspektive, die ansonsten Fußballpokalgewinner:innen, royalen Gästen und ähnlich Ehrwürdigen vorbehalten ist. Pfeiffer hat gefreut, dass Stadtdekan Holger Kamlah in dem Pfingstgottesdienst darauf hinwies, dass es sich auch hier um Gewinner handelt: Die „CORNFlakes“ wurden beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit dem 3. Platz ausgezeichnet.
Rolf OeserIhren Verwaltungssitz hat die Bläserschule seit den Gründungstagen beim Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach, im Dominikanerkloster in der Innenstadt. Fußläufig ist von dort das katholische Pendant, die Domsingschule, zu erreichen. Und wenige Meter davon entfernt soll ein Haus der Jugendkirchenmusik entstehen, Hauptnutzer werden Domsingschule und Bläserschule sein. Aber auch ohne festen Ort kooperieren die beiden schon bei mancherlei Gelegenheiten, wie Evensongs und Advent Carol Services im Kaiserdom.
Anfangs fanden in der Bläserschule 50 Jugendliche zu Ensembles zusammen, inzwischen hat sich die Zahl bei 70 stabilisiert, die meisten bleiben über Jahre, nicht selten markiert das Abitur den Abschluss. Stadtweit proben die Ensembles an unterschiedlichen Orten, beispielsweise in der Hoffnungsgemeinde, der Paulsgemeinde, aber auch im Heinrich-von-Gagern-Gymnasium. Kinder und Jugendliche zwischen neun und 20 Jahren lernen unter der Federführung von Sunhild Pfeiffer und ihrem Team wie es gelingt, Trompete, Horn, Posaune und Tuba in Einklang zu bringen.
Rolf OeserEs gibt verschiedene Ensembles in allen Alters- und Leistungsstufen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und jeweils originellen Namen wie „Blech gehabt!“ oder „Vive La Brasserie“. „Besonders toll finde ich, dass wir zum Jubiläum ein Alumni-Konzert auf die Reihe bekommen haben“, sagt Pfeiffer. Einige der Ehemaligen studieren inzwischen Musik, fürs Orchester, für den Schulunterricht. Einer hat sich jüngst für die Lehre beim Instrumentenbauer entschieden.